Pension Blog

Episode 6

WEF? Wohn-Eigentums-Förderung und nicht World Economic Forum!

Über Pensionskassen-Abkürzungen Pension Blog Archiv – PKSW habe ich bereits in einem früheren Pension Blog geschrieben. WEF ist eine davon. Diese Abkürzung ist vielen von Euch bekannt als Kürzel für das «World Economic Forum» in Davos, doch damit hat WEF im Sprachgebrauch einer Pensionskasse überhaupt nichts zu tun. Bei der Pensionskasse bedeutet WEF Wohn-Eigentums-Förderung.


«Dank Vorbezug oder der Verpfändung von PK-Geldern (WEF) sollen sich auch Leute eine Wohnung oder ein Haus kaufen können, die es sich sonst nicht leisten könnten.«


Was ist die Idee von WEF überhaupt? Und weshalb gibt es diese Möglichkeit bei der Pensionskasse? Ganz einfach, es steht in der Bundesverfassung. Gemäss Art. 108 hat der Bund den Erwerb von privatem Wohneigentum zu fördern. Diesem Auftrag kommt er mithilfe verschiedenen Instrumenten nach: unter anderem durch die steuerlich begünstigten Vorbezugsmöglichkeiten von Pensionskassengeldern.

Klingt ja schön und gut. Vielleicht haben Sie sich auch schon Gedanken gemacht, die Pensionskassenguthaben «anzuzapfen» für den Kauf von Wohneigentum und haben es wieder verworfen, weil Sie den administrativen Aufwand gescheut haben. Oder Sie haben schlicht und einfach nicht gewusst, wie Sie es anpacken sollen und wo Sie Rat einholen können. Deshalb hier ein paar Tipps aus der Praxis.

  1. Säule 3a vor Säule 2

    Bevor Sie Ihre Pensionskassenguthaben (Säule 2) verpfänden oder beziehen, prüfen Sie ob die Säule 3a-Guthaben für die Finanzierung Ihres Wohneigentumprojekts ausreichen.

  2. Verpfändung vor Vorbezug

    Der Vorteil der Verpfändung von PK-Geldern ist, dass das Geld in der Pensionskasse verbleibt. Das heisst Ihre künftigen Leistungen aus der Pensionskasse bleiben unverändert hoch. Bei einem Vorbezug werden diese hingegen reduziert.

  3. Achtung: Steuern!

    Solltest Sie dennoch einen Vorbezug von PK-Geldern in Betracht ziehen, vergessen Sie nicht, dass Steuern in der Höhe von 5% – 10% der Vorbezugssumme bezahlt werden müssen. Diese können nicht mit dem Vorbezug verrechnet werden. Bei einer späteren Rückzahlung des Vorbezuges in Pensionskasse, können die Steuern wieder zurückgefordert werden.

Sollten Sie sich für eine Mietwohnung in einer Wohnbaugenossenschaft entscheiden, so ist es zudem möglich, für den Erwerb von Anteilscheinen Gelder aus der Pensionskasse zu verwenden. In diesem Fall kann auch der Mindestbezugsbetrag von CHF 20’000 unterschritten werden.

Gerne geben wir Ihnen persönlich Auskunft für Ihr ganz persönliches Wohneigentumsprojekt. Kontaktieren Sie uns unter unter +41 52 208 92 20 oder per Email unter pensionskasse@pksw.ch.

Ihr Stephan Keller


Über den Autor

Stephan Keller leitet die Pensionskasse der Stadt Winterthur seit August 2020.
Der 55-jährige bringt über 30 Jahre Erfahrung in der beruflichen Vorsorge mit, ist Betriebsökonom FH und hat einen Masterabschluss in Customer Relationship Management der ZHAW. Keller bezeichnet sich als kompetenten, kommunikativen und kreativen Brückenbauer innerhalb der 2. Säule.


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